Aggertal-Gymnasium

Engelskirchen

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Home Fächer Erdkunde Exkursion Osteifelvulkanismus – Laacher See

Exkursion Osteifelvulkanismus – Laacher See

Friedlich liegt der Laacher See vor uns. Die Ruhe trügt. Vor 12900 Jahren stiegen hier Rauch- und Aschewolken bis in 30 km Höhe. Die gewaltigste Vulkanexplosion der jüngeren Erdgeschichte Mitteleuropas vernichtete in nur wenigen Tagen alles Leben in weitem Umkreis. Die Aschen des Laacher Sees findet man heute noch von Südschweden bis nach Oberitalien. Stakkatoartige Eruptionen, verbunden mit base surges und Glutlawinen, wechselten sich in den ersten Tagen nach dem Ausbruch ab. Diese Ablagerungen sind heute an der Wingertsbergwand (ca. 30 m Höhe) zu sehen.

 

Zuvor waren die Exkursionsteilnehmer durch das deutsche Vulkanmuseum geführt worden. Sehr gut wurde der Zusammenhang zwischen Vulkanismus und Erdbebentätigkeit weltweit und lokal vermittelt. Danach ging es in das unterirdische Labyrinth des ausgehöhlten Mendiger Lavastroms. Schon seit der Römerzeit wurde hier der Schaumbasalt abgebaut, um Mühlsteine daraus zu fertigen. Über Göpelwerke wurden die tonnenschweren Mühlsteine ans Tageslicht gehievt. Dann transportierte man die schweren Steine nach Andernach. Dort steht bis heute der alte Kran, über den die Mühlsteine dann auf Schiffe verladen und in alle Welt transportiert wurden. Im 19. Jahrhundert entdeckten Bierbrauer die kalten Hölen in Mendig. In kurzer Zeit entstanden 28 Brauereien. Erst Lindes Entdeckung des Kühlschrankes beendete den Mendiger Bierboom. Einzig das Vulkanbrauhaus ist heute übrig geblieben. Nach einer Mittagspause folgte noch eine Wanderung zum Ostufer des Laacher Sees. Immer noch zeigen aufsteigende Gase (vor allem CO2 aber auch SO2 und CH4) an, dass der Laacher See Vulkanismus noch nicht zur Ruhe gekommen ist. Zwar gibt es fast täglich ein Erdbeben in der Region, doch besitzen die Beben augenblicklich nur geringe Magnituden (1 bis 2). Vorerst können die Menschen der Region also noch ruhig schlafen. Den Abschluss der Exkursion bildete der Blick vom Aussichtsturm "Lydiaturm" am Nordufer des Laacher Sees. Aus der Vogelperspektive erkennt man, dass der Laacher See eine Caldera ist, ein Einbruchskrater mit eigentlich zwei Förderschloten, einem älteren im Süden und einem jügerem im Norden. Schade nur, dass so wenige Schüler Interesse an dieser Exkursion zeigten. Nur insgesamt 27 SchülerInnen, Eltern und 1 Kollegin nahmen an der Exkursion teil. Vergleiche aus den früheren Jahren zeigen, dass das Interesse schon mal größer war. Anmeldezahlen bis zu 60 Personen waren vor einigen Jahren noch normal. Geringe Teilnehmerzahlen treiben natürlich die Preise in die Höhe. Daher hoffe ich, beim nächsten Mal auf mehr Resonanz zu treffen. Ich danke dem Förderverein für die Übernahme der nicht gedeckten Kosten.

Thomas Sehmer (Leiter der Exkursion)